Verein

Vereinschronik

1. Gegebenheiten vor der Gründung der FF Lichtenau

2. Chronik der FF Lichtenau ab der Gründung 1878

3. Brände in Lichtenau

4. Alte Spritze

1. Gegebenheiten vor der Gründung der FF Lichtenau

Seit der Zeit, als der Mensch das Feuer zu beherrschen lernte und es sich zu Nutze machte, musste er erkennen, dass damit auch eine große Gefahr verbunden ist. Dies führte dazu, dass man sich bei Bränden gegenseitig half. Sicher waren es einfache Geräte, die zur Bekämpfung des Feuers eingesetzt wurden. Wenn man die Bauart der Häuser und der anderen Gebäude in früherer Zeit betrachtet, kann man sich vorstellen, welch reiche Nahrung das Feuer fand, da sie aus Holz und mit Stroh gedeckt waren.

1861

Kauf einer Feuerspritze, bezahlt wurde diese in 3 Raten, Kosten ca. 260 fl.

1868

Das Bezirksamt Neuburg erließ eine Feuerlöschordnung für die Gemeinden ihres Amtsbezirks. Diese umfasste 43 Artikel mit dem Inhalt über Feuerspritzen, Feuerlöschrequisiten, Feuereimer, Wasserbehälter, Verpflichtung zur Anzeige des Brandes, Feuerläuten – es musste erst mit allen Glocken, dann nacheinander mit jeder einzelnen und danach wieder mit allen zusammen geläutet werden, so lange, bis die Feuerspritzen und die nötige Rettungs- und Wachmannschaft auf der Brandstelle angekommen und aus den Nachbargemeinden die nötige Hilfe herbeigekommen war.
Weitere Artikel befassen sich mit Feuerboten, Feuerreiter, Verpflichtung der Nachbarn, Verpflichtung der Pferdebesitzer, die Löschmaschinen zu fahren, Verpflichtung der Nachtwächter, Feuerrotten, Übungen und sogar mit Glatteis. Die Feuerwehren wurden in Löschdistrikte eingeteilt, Weichering bildete mit Lichtenau den siebten Löschdistrikt. Die Obrigkeit war bemüht, das Löschwesen in den Griff zu bekommen, denn die meist eh schon armen Bewohner verloren durch einen Brand oftmals ihr ganzes Hab und Gut. Diese Feuerlöschordnung verpflichtete auch die Gemeinden, binnen Jahresfrist eine Feuerlöschmaschine zu kaufen.

1875

Die Gemeinde zahlte für eine Feuerlöschmaschine 157 fl und erhielt 25 fl Zuschuss. Diese vorhandenen Druckspritzen machten das Abhalten von Übungen notwendig, vermutlich auch ein Grund, das Löschwesen auf freiwilliger Basis, aber mit dem nötigen Druck von oben, zu organisieren.

1876

Im Neuburger Bezirksamtsblatt Nr. 56 vom 5. September 1876 wurde den Bürgermeistern des Amtsbezirks, »die freiwilligen Feuerwehren betreffend«, folgendes mitgeteilt: Die Erfahrung hat gelehrt, dass bei Ausbruch von Bränden freiwillige Feuerwehren weitaus bessere Dienste leisten, als Pflichtfeuerwehren. Der Grund liegt nahe. Wer sich freiwillig zu einer Dienstleistung versteht, wird es als Ehrensache betrachten, das Möglichste zu leisten und wird demnach auch bestrebt sein, sich für den freiwillig übernommenen Beruf gründlich zu unterrichten und auszubilden, während die Pflichtfeuerwehren wohl im Notfalle vom besten Willen beseelt sind, ihrer Pflicht der Nächstenhilfe zu genügen, aber in den meisten Fällen bei weitem nicht das leisten, was geleistet werden könnte, weil die Übung im gemeinschaftlichen Zusammenwirken fehlt. Dadurch entsteht nur zu häufig Verwirrung und der Drang zu helfen artet in planloses Durcheinander aus, wobei die Einzelnen sich gegenseitig mehr hindern als unterstützen. Dieser Missstand ist bei Pflichtfeuerwehren nie ganz zu vermeiden, weil die Übungen derselben nicht so häufig sein können, und die Teilnahme an denselben oft nur als eine lästige Pflicht empfunden wird, der man sich wohl gezwungen, aber nicht mit Lust und Liebe unterzieht. Es wäre daher in hohem Grade wünschenswert, wenn sich wenigstens an allen jenen Orten, wo sich größere Feuerspritzen befinden, freiwillige Feuerwehren bilden, beziehungsweise mehrere benachbarte Orte zu einer freiwilligen Feuerwehr vereinigen würden. Die Organisation derselben könnte in zweckmäßiger Weise der Feuerlöschordnung vom 7. April 1868, oder aber andern bestehenden freiwilligen Feuerwehren nachgebildet werden.
Sie erhalten nun den Auftrag in einer Gemeindeversammlung, wozu auch die jüngeren Leute, die nicht Bürger sind, einzuladen sind, zur Bildung einer freiwilligen Feuerwehr aufzumuntern und mir seinerzeit das Ergebnis Ihrer Bemühungen anzuzeigen. Neuburg am 2. September 1876, Königliches Bezirksamt, Beisler
Der nächste Absatz geht wieder an die Bürgermeister des Amtsbezirks mit Ausnahme der Donaumoosgemeinden, ebenfalls das Feuerlöschwesen betreffend. Beisler schreibt: Vielfach habe ich die Bemerkung gemacht, dass die Feuerlöschordnung für die 44 Festlandgemeinden des Bezirks Neuburg vom 7. April 1868 in Vergessenheit gekommen ist und nicht zum Vollzug gelangt. Ich mache daher darauf aufmerksam, dass dieselbe, wovon seinerzeit jede Gemeindeverwaltung einen Separatabdruck erhielt, noch fortdauernde Gültigkeit hat. Wenn nun auch erwartet werden darf, dass im Hinblick auf mein Ausschreiben vom heutigen, »die freiwilligen Feuerwehren betr.« in den meisten Gemeinden sich freiwillige Feuerwehren bilden werden, so muss doch auch der Fall vorgesehen werden, dass dies nicht überall geschieht. Sie erhalten daher den Auftrag, insofern sich innerhalb 4 Wochen eine freiwillige Feuerwehr in ihrer Gemeinde nicht gebildet hat, nach Anleitung der Ziff. IV. des bezirksamtlichen Ausschreibens vom 15. Juli 1868 »Feuerlöschordnung betr.«... die Standlisten neu herzustellen und mir hierüber bis zum 20. Oktober laufenden Jahres Vollzugsbericht zu erstatten.
Neuburg am 2. September 1876, Königliches Bezirksamt, Beisler

1877

Es wurde gewaltiger Druck von oben ausgeübt, der aber allem Anschein nach nicht wie erhofft fruchtete, so dass die Regierung von Schwaben und Neuburg, Kammer des Innern, an das Bezirksamt Neuburg vom 28. Dezember 1877 folgende Entschließung erließ:
»Nachdem übrigens in Ihrem Amtsbezirke im Verhältnis zu der Anzahl der Gemeinden dermalen noch sehr wenige freiwillige Feuerwehren bestehen, so erhalten Sie wiederholt den Auftrag, unablässig und mit Nachdruck für die Ausbreitung dieses Instituts zu wirken. Auch machen wir es Ihnen neuerdings zur Pflicht, unausgesetzt darauf bedacht zu sein, dass die Gemeinden mit den nötigen Feuerlöschrequisiten versehen sind.
(Bezirksamt Neuburg, Akt 6956)
Durch die Freiwilligkeit erhoffte man sich, wie in den Ausführungen des Bezirksamtes zu lesen ist, eine bessere Brandbekämpfung, und auch die Industrie bot zu dieser Zeit bereits brauchbare Feuerlöschspritzen an.

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2. Chronik der FF Lichtenau ab der Gründung 1878

1878

Erst ein erneuter Aufruf des Bezirksfeuerwehrvertreters von Schenk am 26. Juli 1878, in jeder Gemeinde eine freiwillige Feuerwehr zu gründen, verfehlte seine Wirkung auch in Lichtenau nicht, denn Bürgermeister Martin Schmidl berief für den 20. August 1878 eine Gemeindeversammlung ein, bei der die Freiwillige Feuerwehr Lichtenau gegründet wurde. 40 Personen erklärten ihren Beitritt. Die Freiwillige Feuerwehr ist somit der älteste Verein hier im Dorf.

1879 bis 1906

Leider sind Versammlungsprotokolle erst ab 1907 vorhanden, so dass über die ersten dreißig Jahre nicht viel berichtet werden kann.
Ein Jahr nach der Gründung der FFW wurde vom königlichen Bezirksamt Neuburg festgestellt, dass zur Unterbringung der vierrädrigen Druckspritze und des Schlauchmaterials ein geeignetes Lokal fehlte. Ebenso sollte ein Wasserreservoir hergestellt werden. Mit Lehrer Götzfried wurde vereinbart, gegen eine jährliche Pacht von 4,— M einen Teil des Schulstadels zu einem Feuerhaus umzubauen. Die Kosten dafür wurden durch eine Umlage eingehoben. Von der Erstellung eines Wasserreservoirs sah man ab, weil der Dorfweiher bereits bestand und die Beifuhr von Wasser mit Jauchefässern – 25 standen jederzeit zur Verfügung – gewährleistet war.
Bei der Überprüfung der Feuerlöschmaschinen am 30. Juni 1889 wurde die Feuerlöschmaschine vom Bezirksfeuerwehrvertreter Roiser für unbrauchbar erklärt. Deshalb sei eine neue Drucksauglöschmaschine notwendig. Dies wurde dem Gemeindeausschuss am 13. April 1890 vom Bürgermeister mitgeteilt. Da der Gemeinde bare Mittel nicht zu Gebote standen, wurden Mittel aus dem Kreisfonds und der Brandversicherungskammer erbeten.
1892 wurde die jetzt noch vorhandene Saug- und Druckspritze zum Preis von 1.100,— M beschafft, 1894 das gemeindliche Hüthaus an der Pettenkoferstraße zu einem Feuerhaus umgebaut, 1934 erhöht und nach dem Neubau eines größeren und modernen Gerätehauses 1970 an der Friedhofstraße 1971 abgebrochen.
Der Gemeindeausschuss beschloss am 24. März 1899 auf Anregung der Freiwilligen Feuerwehr, dass in Anbetracht des allgemeinen Schutzes durch die Feuerwehr derselben in dem Ort Unterstützung zuzuführen und von jedem Wohnhaus monatlich 5 Pfennig an die Feuerwehrkasse zu entrichten sei, um die Auslagen zu decken und damit weitere nötige Feuerwehrrequisiten angeschafft werden könnten. Dieser Beschluss wurde auch von der Gemeindeversammlung vollständig anerkannt. Da die gesamten Unterlagen bis 1907, die Kassenbücher bis 1946 fehlen, kann nicht mehr festgestellt werden, ob dieser Beschluss vollzogen wurde.

1908

Beschluss in der Versammlung, dass weiter alljährlich ein Ball abgehalten wird. Zehn Mitglieder hatten Anspruch auf das Ehrendiplom für 15-jährige Dienstzeit. In dieser Versammlung wurde auch der Wunsch geäußert, gegen Mitglieder, die ohne triftigen Grund von den Übungen fernbleiben, energisch einzuschreiten, was vom Verwaltungsrat freudig begrüßt wurde. Man sieht, dass der manchmal lasche Übungsbesuch bereits vor 95 Jahren ein Thema war.

1910

Schon zu dieser Zeit wurden für die Nichtteilnahme an den Übungen Strafgelder erhoben, denn 1910 ist niedergeschrieben, die Namen der wegen unentschuldigten Wegbleibens von den Übungen Gestraften nicht mehr bekannt zu geben. Zwei Mitglieder wurden wegen unentschuldigten Ausbleibens vor dem Ausschuss und Verweigerung der Bezahlung der Strafe von 20 bzw. 60 Pfennig einstimmig von der Feuerwehr ausgeschlossen. In dieser Zeit führte die Feuerwehr auch eine Sterbekasse auf freiwilliger Basis.

1911

Als eine Helm- und Gurtreparatur in Höhe von 30 M 40 Pf notwendig war, wurde der Vorstand ermächtigt, die Bezahlung dieser Reparatur von der Gemeinde energisch zu verfolgen. Wie gut haben es dagegen heute die Feuerwehren, da die Ausrüstungsgegenstände von den Gemeinden zur Verfügung gestellt werden!

1912

Es wurde beschlossen, gegen zwei widerspenstige »Pflichtfeuerwehrmänner«, die absolut jeden Dienst verweigerten, gerichtlich Anzeige zu erstatten, um dadurch nicht den Bestand der Freiwilligen Feuerwehr zu gefährden, falls auch andere Mitglieder dem Beispiele dieser beiden folgen würden.

1915

52 Mitglieder konnte unsere Wehr zählen, davon standen 19 im Feld, darunter auch Chargen; per Akklamation fand eine Nachwahl bis zu deren Rückkehr statt.

1916

Die Wehr hatte 54 Mitglieder, davon waren 37 im Krieg, so dass alle tauglichen Leute von 16 – 60 Jahren Feuerwehrdienst verrichten mussten.

1919

Alle Chargen kehrten aus dem Krieg zurück und übernahmen ihre Posten wieder.

1923

Es wurde festgelegt, bei Bränden auswärts auf das bis dahin übliche Freibier der brandleidenden Gemeinde der hohen Kosten wegen zu verzichten, allerdings nur auf Gegenseitigkeit.

1928

In der Generalversammlung am 26. Februar wurde beschlossen, das 50-jährige Gründungsjubiläum zu feiern. Als Festtag wurde Sonntag, der 20. Mai festgelegt. Eingeladen wurden die Nachbarvereine Weichering, Neuschwetzingen, Karlshuld, Karlskron, Pobenhausen, Hagau, Zuchering, Unterbrunnenreuth, Zell, Bruck und Burgheim. Zu dieser Zeit hieß der Kirchenzug noch Kirchenparade, ansonsten sollte dieses Fest ablaufen wie auch heute noch, mit Ansprachen und einem Festumzug.
In der Vorstandssitzung am 29. April wurde beschlossen, das Fest am 13. Mai abzuhalten, da am 20. Mai die Wahlen für Reich, Land, Kreis und Bezirk stattfanden.
Weitere Unterlagen zum 50 jährigen Gründungsjubiläum finden Sie unter der Rubrik „Galerie“.
In dieser Zeit wurde von der Feuerwehr auch Theater gespielt, mit dem Kriegerverein hatte man gemeinsam eine Bühne angeschafft.

1929

Der Vereinsbeitrag wurde auf 0,50 M gesenkt. Grund waren einerseits ein starker Hagelschlag, der im Ort einen Schaden von etwa 70.000 M verursacht hatte, andererseits schlechte Getreidepreise, hohe Umlagen und die allgemeine finanzielle Not.

1930

Es wurde beantragt, den Lichtenauer Kanal in den Dorfweiher umzuleiten, da der Dorfweiher als Löschweiher bei Trockenheit ohne Wasser war. Dies wurde abgelehnt, da auch der Kanal bei Trockenheit fast kein Wasser führt. Ein Novum in der Feuerwehrgeschichte begann im Herbst, als Albert Haefele als junger Lehrer hier herkam. Er wurde mit der kommissarischen Leitung beauftragt.

1931

Albert Haefele wurde am 4. Januar zum 1. Vorsitzenden gewählt. Dieses Amt versah Haefele bis zum 15. Januar 1983, also fast 53 Jahre. Albert Haefele hat Feuerwehrgeschichte geschrieben. Als Dank wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

1932

Es wurde beschlossen, dass sich die Feuerwehr in Uniform an der Fronleichnamsprozession als Ehrendienst, also ohne Freibier zu erhalten, beteiligt.

1935

Es wurde eine fahrbare Motorspritze vorgeführt, der Kauf infolge Geldmangels aber zurückgestellt.

1939

Die Versammlung wird als Generalappell bezeichnet, da der Kommandant zu soldatischer und disziplinierter Haltung ermahnte. Daneben wurde die Notwendigkeit einer politischen Schulung angesprochen.
Während des Krieges wurde keine weitere Versammlung mehr abgehalten.

1940

In diesem Jahr wurde eine Motorspritze bestellt, deren Lieferung auch vom Herrn Landrat als dringend erachtet worden war, weil Lichtenau durch den eigenen, den Zeller und den Manchinger Flugplatz sowie durch die Muna in Weichering stark gefährdet war. Geliefert wurde die Spritze jedoch erst im März 1943 zum Preis von 3.258,— RM. An Zuschuss gab es 1.830, — RM, der Schlauch- und Hydrantenwagen, heute noch im Einsatz, kostete 220,— RM.
Auch in dieser Kriegszeit musste wieder eine Frauengruppe aktiven Feuerwehrdienst leisten.
Als nachbarschaftliche Löschhilfe bei Luftangriffen war die Feuerwehr Lichtenau mit den Wehren aus Weichering, Ehekirchen, Walda und Karlskron für Ingolstadt, Revier Süd, eingeteilt.

1946

Die erste Versammlung nach dem Krieg wurde am 23. März abgehalten. Neuer Kommandant wurde Georg Sutner.

1948

In diesem Jahr wurde festgeschrieben, dass auch bei Einbruch und Diebstahl die Feuerwehr ausrücken muss und dabei der Polizei untersteht. Als Alarmsignal musste mit einer Kirchenglocke geläutet und in Zivil ausgerückt werden.

1950

Der langjährige Kommandant Eichlinger Martin wurde zum Ehrenkommandanten ernannt. Am 2. Oktober wurde beim Kassier eingebrochen und die Feuerwehrkasse mit 156,25 M gestohlen.
Die Tradition des Theaterspielens wurde für einige Jahre zusammen mit dem Sportverein wieder aufgenommen.

1952

Als Fahrdienst werden erstmals die Schlepperbesitzer Josef Fürholzer und Anton Boos genannt.

1958

Nachdem Kommandant Lindenmeier jegliche Verantwortung dafür abgelehnt hatte, dass die Motorspritze nicht funktionierte, wurde Antrag auf Beschaffung einer neuen gestellt. In diesem Jahr wurden außerdem 3 Löschbrunnen erstellt und eine neue Motorspritze bestellt zum Preis von 3.800 DM.

1959

Am 7. März war die Übergabe der neuen TS 8/8 Motorspritze. Sie war dringend notwendig, da auf die »Kriegsware« von 1943, deren Motor nur noch gelegentlich ansprang, kein Verlass mehr war.

1967

In diesem Jahr legten erstmals 3 Gruppen die Leistungsprüfung ab.

1972

Am 25. Juni wurde das neue Feuerwehrgerätehaus inklusive zweier Stellplätze an der Friedhofstraße seiner Bestimmung übergeben.

1974

In der Mitgliederversammlung am 3. August wurde die Fahnenweihe am 8. Juni 1975 beschlossen. Mit den Vorbereitungen wurde sofort ein Festausschuss beauftragt.

1975

Vom 6. bis zum 8. Juni wurde die Fahnenweihe mit 44 Gastvereinen gefeiert. Die Vorbereitung und die Durchführung verliefen reibungslos, dieses Fest ließ die Dorfgemeinschaft für Jahre wieder näher zusammenrücken.
Weitere Unterlagen zur Fahnenweihe finden Sie unter der Rubrik „Galerie“.
Im selben Jahr legte eine Mädchengruppe die Leistungsprüfung in Bronze ab.

1976

Der Gemeinderat lehnte mit Mehrheit den Kauf eines Tragkraftspritzenfahrzeuges ab. Über ein »Feuerwehrauto« wurde aber weiter diskutiert.

1978

Am 22. Oktober wurde das 100-jährige Gründungsfest im kleinen Rahmen mit Gottesdienst in der Kirche, Totengedenken und einer Einsatzübung mit der alten Handspritze gefeiert, anschließend ging die weltliche Feier mit Ehrungen im Gasthaus Walter weiter.

1979

In der Versammlung drohte der 1. Kommandant mit Rücktritt, da der Antrag auf Beschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges zurückgestellt worden war.
In diesem Jahr wurde anstatt des Feuerwehrballs ein Kirchweihtanz abgehalten. Da dieser aber mit einem starken Fehlbetrag endete, war dies bis heute die letzte Tanzveranstaltung der Feuerwehr.

1980

Lorenz Ostermeier sen. Übernahm mit 59 Jahren die Aufgabe des Zeugwartes und übte dieses Ehrenamt zur vollsten Zufriedenheit bis 1999 aus.
Am 13. Oktober beschloss der Gemeinderat, für die FFW Lichtenau ein Tragkraftspritzenfahrzeug, Marke VW, zu kaufen.

1981

Das Tragkraftspritzenfahrzeug wurde im Juni abgeholt und erhielt am 6. September von Pfarrer Josef Deininger den kirchlichen Segen.

1983

Bei den anstehenden Neuwahlen stellten sich 1. Vorstand Albert Haefele, 2. Vorstand Anton Walter und 1. Kommandant Alois Christl nicht mehr zur Verfügung. Als Nachfolger wurden folgende Personen gewählt: 1. Vorstand Hubert Landsberger, 2. Vorsitzender Martin Kreil und 1. Kommandant Bernhard Pollok.
Albert Haefele wurde zum Ehrenvorsitzenden und Anton Walter zum Ehrenmitglied ernannt.
Die Feuerwehr konnte zu dieser Zeit auf 72 Aktive zurückgreifen.
Seit 1983 wird jedes Jahr ein Grillfest abgehalten, das immer großen Zulauf findet und die Feuerwehrkasse etwas aufbessert.

1984

Durch Kreisbrandrat Hermann Landshammer wurde an 4 aktive Mitglieder das Feuerwehrverdienstkreuz in Silber und an Albert Haefele, Anton Walter und Josef Lindenmeier in Gold verliehen.

1985

Einen größeren Einsatz hatte die Wehr am 28. Mai, als ein starkes Gewitter mit sintflutartigen Regenfällen über Lichtenau niederging und sehr viele Keller überschwemmte, die durch die Feuerwehr ausgepumpt werden mussten.
Kommandant Pollok sprach schon 1985 in einer Vorstandssitzung einen Anbau an das Gerätehaus an, dies wurde aber zu dieser Zeit nicht weiter verfolgt.

1988

Am 11. September wurde das 110-jährige Gründungsfest gefeiert. Vor dem Fw-Gerätehaus wurde ein Zelt aufgebaut, die Jugendkapelle Reinhard Reißner übernahm den musikalischen Part. Eingeladen waren die FFW Weichering und der Patenverein Bruck. Nach dem Kirchenzug, der hl. Messe, der Totenehrung, den Festansprachen und Ehrungen wurde nachmittags eine Übung »Feuerbekämpfung anno dazumal« mit Eimern, Kübelspritze, Feuerpatschen und unserer alten Handspritze abgehalten, die sehr großen Anklang fand. Diese Feier war wieder ein gelungenes Fest, an dem sich die ganze Bevölkerung beteiligte.

1989

Bei den Neuwahlen der Kommandanten stellte sich 1. Kommandant Bernhard Pollok nicht mehr zur Verfügung. Als sein Nachfolger wurde der bisherige 2. Kommandant Rudolf Böswald gewählt, ein Stellvertreter fand sich nicht.
Bei den ebenfalls stattfindenden Vorstandschaftsneuwahlen wurden alle Vorstandsmitglieder in ihrem Amt bestätigt.
Bei einer im April stattfindenden Versammlung wurde Heinz Wilde als 2. Kommandant gewählt.
Der Ehrenvorsitzende Albert Haefele verstarb im Alter von 80 Jahren.

1991

In der Versammlung wurde angefragt, ob es möglich wäre, ein WC am Feuerwehrgerätehaus anzubauen.
In diesem Jahr wurde zusammen mit dem Wanderverein Edelweiß Lichtenau ein Zeltvorbau angeschafft, der sich bei den Wandertagen und bei den Grillfesten, v. a. bei schlechtem Wetter, bestens bewährt hat.

1993

Es wurde ein Anbau südlich des Gerätehauses erstellt, ein Aufenthaltsraum mit ca. 15 qm mit einer kleinen Küche und WC mit Waschgelegenheit. Die Materialkosten übernahm die Gemeinde, die Arbeit wurde von Mitgliedern der FFW freiwillig erbracht. Der Anbau war eine sinnvolle Investition für die Zukunft.

1995

Bei der Versammlung wurde eine neue Vorstandschaft gewählt. Vorsitzender Landsberger und Kassier Boos stellten sich nicht mehr zur Wiederwahl. Neuer Vorsitzender wurde Bernhard Pollok, stellvertretender Vorsitzender blieb Martin Kreil, das Amt des Kassiers übernahm Siegfried Fürholzer, das des Schriftführers Roland Fürholzer.
Der erste Kommandant Rudolf Böswald trat aus beruflichen Gründen zurück, ein Nachfolger konnte an diesem Tag nicht gewählt werden, da keiner bereit war, dieses Amt zu übernehmen. Heinz Wilde blieb 2. Kommandant.
Zeugwart Lorenz Ostermeier sen. wurde als Dank für seine Dienste bei der FFW zum Ehrenmitglied ernannt.
In einer für 18. Februar einberufenen Dienstversammlung wurde Karl Heckner zum 1. Kommandanten gewählt.
Die ersten aktiven Mitglieder nahmen an der Truppmannschulung in Schrobenhausen teil.

1996

Ein besonders erwähnenswertes und für die Beteiligten unvergessliches Erlebnis war das Patenbitten der Freiwilligen Feuerwehr Weichering. anlässlich ihrer Fahnenweihe. Dieses Patenbitten fand am 13. April im Gasthaus Walter statt.

1997

Der stellvertretende Kommandant Heinz Wilde trat aus beruflichen sowie der seit 1983 amtierende 2. Vorsitzende Martin Kreil aus gesundheitlichen Gründen zurück.
Zu ihren Nachfolgern wurde Peter Rieblinger als stellvertretender Kommandant und Rainer Blomeier als neuer 2. Vorsitzender gewählt.
Die Wehr beteiligte sich aktiv an der 800-Jahr-Feier von Lichtenau. Ausgerechnet vor der Samstagsveranstaltung zu dieser Feier gab es Alarm, da ein Getreidefeld an der Straße nach Karlskron durch einen technischen Defekt des Mähdreschers in Brand geraten war. Der Brand konnte schnell gelöscht werden, der Schaden war gering.
Auch zum 1. Weinfest lud die Wehr ein.

1998

In der Jahreshauptversammlung am 3. Januar sprach Vorstand Pollok das 2003 anstehende 125-jährige Gründungsjubiläum an.
Die Gemeinde erwarb für die FFw Lichtenau eine neue TS 8/8 Tragkraftspritze der Marke Rosenbauer über die Fa. Fischer, die am 19. November übergeben wurde.

1999

Die Gastwirtschaft Walter, das Vereinslokal der FFW wurde am 1.Oktober geschlossen, deshalb wechselte man zur Gaststätte Hammer.
Lorenz Ostermeier legt sein Amt als Zeugwart nieder. Als Nachfolger konnte Alois Eichlinger gewonnen werden.
Der neue Schutzanzug Bayern 2000 wurde vorgestellt. Für den Jahreswechsel auf das Jahr 2000 wurde ein Bereitschaftsdienst eingerichtet.

2000

Dachstuhlbrand bei Max Regensburger, Waldstraße 3.
Es wurden 10 Stück des neuen Schutzanzug Bayern 2000 angeschafft.

2001

Eine Neuwahl der Kommandanten war fällig. 1. Kommandant Karl Heckner stellte sich nicht mehr zur Verfügung. Als sein Nachfolger wurde der bisherige 2. Kommandant Peter Rieblinger gewählt, als dessen Stellvertreter Rainer Blomeier.
Bei den ebenfalls stattfindenden Vorstandschaftsneuwahlen wurde Ludwig Mayer jun. neuer stellvertretender Vorsitzender, alle anderen Vorstandsmitglieder wurden in ihrem Amt bestätigt.
In dieser Versammlung wurde ausführlich über das 125-jährige Gründungsjubiläum diskutiert. Beschlossen wurde, drei Tage zu feiern.
Zur Vorbereitung des Festes wurde in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 24. März ein Festausschuss gebildet, dem 16 Personen angehörten.
Im diesem Jahr fanden 6 Festausschusssitzungen für das Gründungsfest statt.
Die Wehr wurde im Jahre 2001 mit weiteren 20 Schutzanzügen ausgestattet, so dass insgesamt 30 Schutzanzüge »Bayern 2000« zur Verfügung stehen.

2002

In der Jahreshauptversammlung wurde der Zeugwart in die Vorstandschaft mit aufgenommen. Es wurde ein Antrag auf den Einbau eines Funkgerätes in das Einsatzauto gestellt.
In diesem Jahr wurde beschlossen, dass das Feuerwehrgerätehaus renoviert werden soll.
Am 1. Oktober fand im Rahmen der Brandschutzwoche eine Großübung mit den Feuerwehren aus Grasheim, Karlshuld, Weichering und Lichtenau statt. Brandobjekt war die Fa. Förstl in Lichtenau.
Es fanden 4 Festausschusssitzungen für das Gründungsfest statt.

2003

Es fanden 10 Festausschusssitzungen für das Gründungsfest statt.
In diesem Jahr wird das Feuerwehrgerätehaus saniert (Fenster, Tore, Decke, Innenausstattung, …).
Das traditionelle Grillfest wurde zu ersten Mal im Rahmen des Maibaumaufstellens abgehalten.
Vom 3. bis 5. Juli fand das 125 jährige Gründungsfest statt. Die 3 Festtage (Freitag Rockparty, Samstag Heimatabend und Sonntag Festgottesdienst mit Umzug) war ein großer Erfolg. Es nahmen 63 Vereine und fast die gesamte Bevölkerung teil.
Weitere Unterlagen zum 125-jährigen Gründungsfest finden Sie unter der Rubrik „Galerie“.
Im August fand eine Nachfeier für alle Helfer des Gründungsfestes statt.

2004

Am 27. Januar wurde das Einsatzfahrzeug mit Funk ausgestattet.
Am 15. Mai legte nach einigen Jahrzehnten wieder einmal eine Damengruppe das Leistungsabzeichen in Bronze ab.

2005

Der langjährige Fahnenträger Anton Eichlinger legte in der Jahreshauptversammlung offiziell sein Amt als Fahnenträger nach 30 Jahren nieder. Nachfolger wurde Alois Eichlinger.
Am 11. Juni führte 2. Kommandant Blomeier eine Schulung für Führungskräfte der Feuerwehr des LKR ND durch. Dazu wurde am Manchinger Flughafen die Brandbekämpfung an einer Transall durchgeführt.
Es wurde ein PKW-Anhänger für die Ölsperre angeschafft.

2006

In diesem Jahr gab es allein 3 Hochwassereinsätze. Am 16. Februar und am 9. März war jeweils ein Einsatz in Karlskron notwendig. Beide Male war die Hauptstraße überflutet und es mussten Grundstücke und Keller ausgepumpt werden. Am 10. März gab es einen Einsatz in Schrobenhausen, im Bereich des Busbahnhofes musste mittels Sandsäcken ein Damm gebaut werden.

2007

In der Jahreshauptversammlung wurden die Kommandanten und die Vorstandschaft neu gewählt. Die Kommendanten tauschten ihre Ämter, so dass Rainer Blomeier nun 1. Kommandant und Peter Rieblinger sein Stellvertreter ist. Der 1. Vorsitzende Bernhard Pollok, der 2. Vorsitzende Ludwig Mayer und der Kassier Siegfried Fürholzer stellten sich nicht mehr zur Verfügung. Neuer 1. Vorsitzender wurde Roland Fürholzer, sein Amt als Schriftführer übernahm Anke Mertl. Neuer 2. Vorsitzender wurde Armin Zach und neuer Kassier Andreas Kreil.
Am 14. Januar wurden in einer Aktivenversammlung die möglichen neuen Einsatzfahrzeuge vom Kommandant Blomeier vorgestellt.
Am 8. August nahm die FFw zum ersten Mal am Ferienprogramm teil.
Am 20. Oktober fand im Rahmen der Brandschutzwoche eine Großübung mit den Feuerwehren aus Grasheim, Karlshuld, Weichering und Lichtenau statt. Brandobjekt war der Kindergarten in Lichtenau.
Im November wurde der Antrag für ein neues TSF-W bei der Gemeinde abgegeben.

2008

In der Jahreshauptversammlung wurden Bernhard Pollok, Anton Eichlinger, Anton Kirschner und Johann Motzet zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Das Grillfest anlässlich des Maibaumaufstellens wurde zum ersten Mal gemeinsam mit dem Fischerverein abgehalten.
Im Oktober bestanden 9 Feuerwehrkameraden das Abzeichen „Krawattennadel“, welches zum ersten Mal bei der FFW Lichtenau durchgeführt wurde.

2009

Es wurde sich intensiv mit der Beschaffung eines neues TSF-W befasst, dazu wurden mehrere Fahrzeughersteller besucht, Kosten eingeholt und eine Ausschreibung verfasst. Besonders heikel war ein Einsatz zur Leichenbergung von einem Jägerhochstand.

2010

Die Aufträge für das neue TSF-W wurden vergeben und die Konstruktion abgesprochen. Der Anbau an das FFW-Gerätehaus wurde von der Gemeinde genehmigt.
Beim Maibaumwettbewerb wurde der 2. Platz belegt.

2011

Das neue TSF-W wurde abgeholt und der Anbau des FFW-Gerätehauses erstellt. Die Fahrzeugsegnung und die Einweihung des Anbaues des FFW-Gerätehauses wurde abgehalten. Die FFW Lichtenau hat nun zum ersten Mal Atemschutzausrüstung. Beim Maibaumwettbewerb wurde der 2. Platz belegt.

2012

Im März wurde die neue TS Rosenbauer Fox 3 abgeholt. Beim Maibaumwettbewerb wurde der 3. Platz belegt. Es wurden Heißausbildungen „Gasaustritt“ und „Flächenbrand“ durchgeführt.

2013

In der Jahreshauptversammlung wurden die Kommandanten und die Vorstandschaft neu gewählt. Der 1. Kommandant Rainer Blomeier wurde wiedergewählt, der 2. Kommandant Peter Rieblinger stellte sich nicht mehr zur Wahl, neuer 2. Kommandant wurde Peter Aldinger sein Amt als Jugendwart übernahm Christian Brüderle. Der 1. Vorsitzende Roland Fürholzer stellte sich nach längerer Diskussion wieder zur Verfügung, der 2. Vorsitzende Armin Zach, der Kassier Andreas Kreil und die Schriftführerin Anke Peter stellten sich nicht mehr zur Verfügung. Neuer 2. Vorsitzender wurde Robert Ploner, neue Kassiererin Christina Englisch und neue Schriftführerin Franziska Kirschner. Der Zeugwart Alois Eichlinger wurde wiedergewählt.
Beim Maibaumwettbewerb wurde der 1. Platz belegt.

2014

In der Jahreshauptversammlung wurde eine neue Satzung beschlossen.
Im Mai wurde die Maikönigin Jasmin Özdemir aus Lichtenau im Gasthaus Hammer gekrönt.
Im Juni wurde das Mannschaftsfahrzeug, ein gebrauchter Mercedes Sprinter 9 Sitzer, gekauft. Lichtenauer Aktive legten zum ersten Mal das Abzeichen THL bei der FF in Weichering ab. Die Atemschutzgeräteträger nahmen an einer Übung im Brandschutzcontainer teil.

2015

Das Mannschaftsfahrzeug wurde abgerüstet und komplett entrostet und lackiert. Die Internetseite wurde komplett neu gestaltet und beim Maibaumwettbewerb wurde der 1. Platz belegt. Die FF Lichtenau stellt Bilder für den Kalender 2016 der Raiffeisenbank Donaumooser Land zur Verfügung, diese sind im Monat Januar zu sehen. Am 2. Oktober fand im Rahmen der Brandschutzwoche eine Großübung mit den Feuerwehren aus Grasheim, Karlshuld, Weichering und Lichtenau statt. Brand- und THL-Objekt war die Fa. Gebr. Förstl in Lichtenau.

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3. Brände in Lichtenau

Zu einer Feuerwehrchronik gehört natürlich auch die Aufzählung der Brände, die im Ort zu bekämpfen waren. Dazu ein Rückblick in die letzen Jahrhunderte. Viele Orte wurden durch verheerende Brände heimgesucht, so auch unser Ort. Dies war z. T. auch Anlass für die Gründung der Freiwilligen Feuerwehren in Bayern.

Unsere Vorfahren lebten zu dieser Zeit meist noch in strohgedeckten Häusern recht gefährlich. So ist es nicht verwunderlich, dass, wenn ein Feuer ausbrach, immer gleich ein Teil des Dorfes niederbrannte.

So kam es Anfang des 16. Jahrhunderts wegen Fahrlässigkeit des Dorfschmiedes – die Schmiedstatt befand sich damals nördlich neben der Kirche – zu einem Brand, der etwa ein Drittel des Dorfes in Schutt und Asche legte. Dies kann man in Akten nachlesen, die das Verhältnis des Dorfschmiedes und der Bauern im Jahre 1617 betreffen.

Ein weiterer großer Brand entstand am 12. März 1799 abends 1/26 Uhr im Hüthaus (jetzt Pettenkoferstraße 4), der auch das Nachbarhaus, Nr. 50, und den Stadel des so genannten Schmid Franzen (jetzt Pettenkoferstraße 2) zerstörte. Am Ostersonntag, dem 24. März, wurde in der Pfarrkirche ein Opfer dafür veranstaltet, »es fielen 13 fl 41 x«, kann man lesen zwischen Einträgen im Matrikelbuch der Pfarrei Weichering.

Die größte Brandkatastrophe suchte unseren Ort am 18. Mai 1852 heim. Vormittags zwischen 10 und 11 Uhr brach ein Feuer aus, das bei trockener Witterung und einem starken Wind in kurzer Zeit 16 Wohnhäuser, 14 Scheunen und etliche Nebengebäude in Asche legte. An Vieh verbrannten nur einige Schafe und Schweine, denn das übrige Vieh befand sich auf der Weide. Der Schaden belief sich auf 20 – 25.000 fl, versichert waren die Geschädigten mit etwa 7350 fl. Zur Brandbekämpfung waren drei Feuerlöschmaschinenspritzen und Leute aus den nächstgelegenen Orten herbeigeeilt. Die Brandursache konnte nicht ermittelt werden, das Landgericht sprach von Brandstiftung. Der Überlieferung nach soll beim Anwesen Schustervitl, jetzt Pettenkoferstraße 5, heiße Asche auf den Dunghaufen geschüttet worden sein.
Die Futter- und Getreidevorräte sowie die Hauseinrichtungen fielen fast gänzlich den Flammen zum Opfer. Mehrere der geschädigten Familien waren im Jahr zuvor aus Geldmangel aus der Mobiliarfeuerversicherung ausgetreten.
Die Familien mussten sogar das Getreide bzw. das Brot kaufen. Die Bitte um eine Kollekte wurde aber abgelehnt. Seine Majestät der König hatte zu dem Ankauf von Lebensmitteln für die »Abgebrannten« von Lichtenau eine Unterstützung von 200 fl aus allerhöchst »Dero Cabinettskasse« zu bewilligen geruht, so wurde am 9. Juli 1852 mitgeteilt.
Trotz der vorherigen Ablehnung verfasste H. Pfarrer Walter von Weichering einen Bittbrief zur Genehmigung einer Kollekte. U. a. schrieb er: »Es bleibt den Familien, die 5 – 8 Kinder haben, nichts anders übrig, als in weiter Ferne das zur Stillung ihres Hungers nötige Brot mühselig zu erbetteln, denn in den umliegenden Gemeinden, die im Donaumoos liegen, leben die Familien selbst in ärmlichen Verhältnissen. Mit Ausnahme von dreien gehören sämtliche der Klasse der Kleinbegüterten an, welche ihre kleinen Anwesen, ohnehin mit Schulden belastet, nur durch ihre Arbeitskraft und Sparsamkeit zu behaupten im Stande waren.«
Am 16. August 1852 wurde berichtet, dass auf Grund höchster Ermächtigung in den Polizeibezirken der Städte Donauwörth und Nördlingen, den königlichen Landgerichten Donauwörth, Wertingen, Lauingen, Dillingen, Höchstätt und Nördlingen die Vornahme einer Sammlung von Naturalien für die Verunglückten von Lichtenau bewilligt wurde. Diese Naturaliensammlung ist dann in eine Geldkollekte ausgeartet, wie man in den Akten nachlesen kann.
Abgebrannt waren, nach den jetzigen Hausnummern, an der Hauptstraße die Häuser mit den Nummern 38 – 48, mit Ausnahme von Nr. 46 (dieses Anwesen bestand zu dieser Zeit noch nicht), die Nummern 37 – 47 mit Ausnahme von Nr. 43, die gesamte linke Seite der Pettenkoferstraße bis zur Nr. 5 und auf der rechten Seite das jetzige Anwesen Kirschner.

Von weiteren derart großen Bränden blieb der Ort verschont, obwohl aber doch einige Scheunen und Nebengebäude abbrannten, so am

03.02.1896

beim Anwesen Matthias Wagner, bei ihm hatte es wiederholt gebrannt

12.10.1906

Stadel und Stall des Josef Motzet, jetzt Hauptstraße 40,

31.01.1911

die Anwesen des Blasius Schmidl und Andreas Bauer, jetzt Hauptstraße 54 und 68

1924

Kaminbrand bei Gastwirt Turber, jetzt Hauptstraße 37, ohne großen Schaden

03.03.1927

Waldbrand im Mandlholz, ca. 3 Tagwerk Fichtenpflanzen verbrannten

November 1929

Backofenbrand bei Albert Boos, kein größerer Schaden

14.04.1930

Anwesen des Jakob Gaßner, jetzt Gaststätte Hammer

22.04.1930

Stadel und Stall des Gastwirtes Blasius Turber, jetzt Hauptstraße 37

1931

bei Magnus Müller

01.01.1932

Anwesen Baumann in Bofzheim

1933

Kaminbrand bei Schmidl, jetzt Hauptstraße 24, verlief glimpflich

25.06.1941

Stadel und Stall von Rupert Schmidt, jetzt Hauptstraße 11

25.05.1947

Holzschuppen von Martin Eichlinger, jetzt Hauptstraße 33

20.10.1963

Brand des Strohhaufens bei Johann Sutner, das Anwesen besteht nicht mehr

Mai 1969

Scheunenbrand bei Rudolf Müller, nur geringer Schaden

1976

Schlepperbrand bei Sutner, Hauptstraße 30, Wehr brauchte nicht mehr eingreifen

Juni 1977

Abtragen eines Heustockes bei Josef Fürholzer

29.05.1985

Brand der Maschinenhalle bei Josef Lehmeier Fahrzeugbrand am Heubruckenweg

22.08.1997

PKW-Brand in Lichtenheim

13.05.2000

Dachstuhlbrand bei Max Regensburger in der Waldstraße.

Natürlich war unsere Wehr seit ihrem Bestehen auch bei vielen Löscheinsätzen in den umliegenden Gemeinden eingesetzt. In den letzten Jahren nahm besonders die technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen zu. Des Öfteren wurde unsere Wehr auch zu Verkehrsregelungen bzw. zu Öleinsätzen gerufen.
Seit vielen Jahren wird anlässlich der Aktionswoche mit den Wehren aus Weichering, Karlshuld und Grasheim jeweils abwechslungsweise eine Großübung in diesen Gemeinden durchgeführt.

Bei allen ihren Einsätzen und Übungen gab es bisher glücklicherweise keine größeren Verletzungen, da die Aktiven gut ausgebildet sind und ihren Auftrag zuverlässig und mit der notwendigen Sorgfalt erfüllen. Bei Notfällen in uneigennütziger Weise zu helfen war bisher der Leitgedanke und wird es auch in Zukunft sein, gemäß dem Leitspruch:

»Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.«

Ich hoffe, dass die Gemeinde wie bisher die notwendige Ausrüstung zur Sicherheit der Bürger und auch der aktiven Mannschaft im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten erfüllt.

Fl = Gulden x = Kreuzer (60 Kreuzer ist 1 Gulden).

Chronikdaten bis 2002 von Hubert Landsberger,
ab 2003 von Roland Fürholzer

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4. Alte Spritze

Feuerwehrspritze, Baujahr 1892
Tragkraftspritzenanhänger (TSA)




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